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Die Wertschöpfung: kleiner Anfang, große Ergebnisse

Am Anfang der langen landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette steht das Saatkorn. Somit tragen wir Pflanzenzüchter ein hohes Maß an Verantwortung, denn das Saatgut hat Einfluss auf sämtliche Stationen im Wertschöpfungsprozess. Das Saatgut stellt die entscheidenden Weichen dafür, dass die Erträge hoch genug ausfallen und die Qualität der Ernte überzeugt.

Letztendlich steht und fällt die Güte aller landwirtschaftlichen Erzeugnisse mit dem Saatgut. Das betrifft Lebensmittel genauso wie den Bereich der pflanzenbasierten Bioenergie und – über die Futterqualität – sogar die tierischen Erzeugnisse. Für jeden Verwendungszweck steht zu allen Kulturarten eine Sortenvielfalt zur Verfügung.

Ertragsfortschritt in der Landwirtschaft

Verbessertes Saatgut ist neben ackerbaulichen Maßnahmen hauptverantwortlich für den jährlichen Ertragsfortschritt in der Landwirtschaft von ein bis zwei Prozent. Dieser Mehrertrag entspricht einem volkswirtschaftlichen Nutzen von rund 600 Millionen Euro pro Jahr. Die erfreuliche Perspektive: Das Potenzial für weitere Ertrags- und Qualitätsfortschritte ist enorm und noch lange nicht ausgereizt. Pflanzenzüchtung ist schon heute der Motor für den Fortschritt in der Landwirtschaft.

In Zukunft wird die Landwirtschaft wieder ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken. Denn sie stellt nicht nur unsere Ernährung sicher, sondern ist auch entscheidend für die Erzeugung regenerativer Energien – ein großes Thema für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Große Aufgaben für Pflanzenzüchter

Damit die Pflanzen den Anforderungen der verschiedenen Nutzungsarten als Nahrungs-, Energie- und Rohstofflieferanten gerecht werden können, braucht es hochleistungsfähige und angepasste Sorten. Denn nur so kann durchgängig Wertschöpfung erzielt werden.

Einige vielversprechende Pflanzen wachsen bereits jetzt in den Zuchtgärten der Pflanzenzüchter. Neue Sorten werden es allerdings erst dann, wenn alle für die Nutzungsart relevanten Merkmale in einer Pflanze vereint sind: Dabei geht es vor allem um Eigenschaften wie maßgeschneiderte Qualität, Ertragshöhe, Ertragssicherheit, Resistenzen gegen Krankheiten und Schädlinge sowie Widerstandsfähigkeit gegen Wetterkapriolen und Witterungsextreme.

Der Weg zur wirtschaftlich sinnvoll nutzbaren Pflanze ist lang. Die Pflanzenzüchter sind bereit, ihn als Partner der Landwirtschaft zu gehen.

Neue Chancen für die Landwirtschaft

Ein ganzheitlicher Ansatz, erneuerbare, nachhaltig verfügbare Rohstoff- und Energiequellen zu nutzen, um in eine völlig neue Art der wirtschaftlichen Produktion einzusteigen, ist die Bioökonomie. Pflanzen lassen sich somit nicht nur als Lebens- und Futtermittel verwenden, sondern auch als nachwachsende Rohstoffe zur Energieerzeugung verwerten. Daraus ergeben sich interessante und lukrative Möglichkeiten für die Landwirtschaft.